Fragen & Antworten

Im ersten Wahlgang lagst Du deutlich hinter Deinem Kontrahenten der SVP zurück. Weshalb trittst Du gleichwohl zum zweiten Wahlgang an?
Die Ausgangslage im ersten Wahlgang war insofern verwirrlich, als ich sowohl für das Amt als Gemeinderat, als auch für das Gemeindepräsidium kandidiert habe. Bezeichnenderweise habe ich denn als Gemeindepräsident ja auch deutlich mehr Stimmen erhalten.
Nachdem das Gemeindepräsidium an einen Vertreter der SVP gegangen ist, stellt sich  die Frage der ausgewogenen parteilichen Vertretung im Gemeinderat. Rechtfertigt doch der Wähleranteil der SVP von knapp 20% meines Erachtens keine Doppelvertretung. Zudem bin ich davon überzeugt, dass mit der breiten Einbindung möglichst aller politischen Kräfte letztlich für Adligenswil bessere Lösungen resultieren.
Insbesondere bin ich aber auch davon überzeugt,  mit meiner Erfahrung und meinem Hintergrund wichtige Kompetenzen in den Gemeinderat einbringen zu können.

An welche Kompetenzen denkst Du konkret?
Zum einen kenne ich aus meiner achtjährigen Tätigkeit in der Controlling-Kommission (die letzten vier Jahre als deren Präsident) die aktuellen Themen und Fragestellungen unserer Gemeinde bestens.
Zum anderen verfüge ich über einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund, langjährige berufliche Erfahrung in der Gestaltung politischer Prozesse, sowie über ausgewiesene Kenntnisse des Verwaltungsrechts. Wenn ich mir vor Augen führe, wie der Gemeinderat bei grösseren Projekten in der Vergangenheit agiert hat bin ich überzeugt, dass all dieses Know-How dem Gremium bestimmt nicht schaden würde. 

Was würdest Du im Gemeinderat bewegen wollen?
Ich sehe grundsätzlich Potenzial für eine bessere Zusammenarbeit des Gemeinderats als für die Gemeindeentwicklung gemeinsam verantwortliches Team. Es sollte dem Gremium gelingen, stärker strategisch tätig zu sein und dem Geschäftsführer sowie der Gemeindeverwaltung klare Vorgaben zu machen.
Handlungsbedarf sehe ich auch bezüglich einer proaktiveren und  transparenteren Information und Kommunikation. Es ist mir ein Anliegen, den Austausch zwischen Gemeinderat und der Bevölkerung zu intensivieren - dazu sind nach dem Wegfall der Gemeindeversammlung neue Formen zu erproben. 

Wo drückt in Adligenswil sonst noch der Schuh?
Grundsätzlich kann man sagen, dass Adligenswil über ein gutes und attraktives (Dienstleistungs-)Angebot verfügt. Mit dem Bau des Alters- und Gesundheitszentrums und der Ausweitung der schul- und familienergänzenden Betreuung wurden wesentliche Lücken geschlossen. Klärungsbedarf besteht hinsichtlich der beiden grossen pendenten Bauprojekte, bzw. bezüglich deren längerfristiger Finanzierbarkeit. Hier steht für mich ganz klar die Schulraumplanung im Vordergrund. 

Können wir uns diese Infrastrukturprojekte überhaupt leisten?
Das ist eine gute und berechtigte Frage. Leider fehlen uns nach wie vor eine verlässliche langfristige Finanzplanung und auch eine Finanzstrategie, die diesen Namen verdient. Obwohl seitens der Controlling-Kommission und der Parteien wiederholt gefordert, ist uns der Gemeinderat bis heute beides schuldig geblieben. 
Sollte ich den Sprung in den Gemeinderat schaffen, so hat die Erarbeitung dieser Dokumente für mich oberste Priorität. Kann es doch nicht sein, dass wir umfangreiche Planungen betreiben, ohne den finanziellen Spielraum zu kennen. Aus meiner Zeit im Finanzdepartement des Kantons Luzern weiss ich zum Glück, wie man solche Instrumente erarbeitet.


Weshalb hat für Dich die Schulraumplanung Priorität?
Teile der Schule werden nun schon seit Jahren in Provisorien betrieben; Provisorien, die das Ende ihres Lebenszyklus mehr als erreicht haben und deren Ersatz seit Jahren versprochen wird.
Für einen guten Schulbetrieb braucht es jedoch funktionierende Infrastrukturen. Dabei steht für mich ausser Frage, dass die Gemeinde für die damit verbundenen Kosten selber aufkommen muss. Anders sieht es  beim Projekt Arealentwicklung Dorfkern aus, wo ich mir den Beizug eines Investors durchaus vorstellen kann.

Die Kosten für die Schulraumplanung sind aber immens!
Es ist korrekt, dass die bisherigen Planungen von Kosten in der Grössenordnung von rund 38 Mio. Franken ausgehen. Nach meinem Dafürhalten wird man wohl nicht darum herumkommen, das Projekt nochmals zu überarbeiten und eine klare Priorisierung vorzunehmen. Auch eine Etappierung ist in Betracht zu ziehen. Einigermassen zuversichtlich stimmt mich jedoch die aktuelle Tiefzins-Situation am Kapitalmarkt. Dank dieser sollte es möglich sein, dass wir in der Laufenden Rechnung lediglich die Abschreibungskosten (für Liegenschaften 40 Jahre) zu tragen haben. Selbst bei einer Investition im genannten Betrag würde dies die jährliche Rechnung unserer Gemeinde lediglich mit 1 Mio. Franken belasten.

Die Schule Adligenswil kämpft allerdings nicht nur mit Infrastrukturfragen, sondern auch mit operativen Problemen.
Es stimmt: es gab in den letzten Jahren (zu) viele Wechsel in der Schulleitung. Gottlob ist nun wieder etwas Ruhe eingekehrt. Gleichwohl gilt es festzuhalten, dass Adligenswil über ein qualitativ hochwertiges Schulangebot verfügt, das sowohl den Ansprüchen der Begabtenförderung als auch der Förderung von Kindern und Jugendlichen mit besonderen Bedürfnissen gerecht wird. Diese Einschätzung wird im übrigen auch durch die kantonale Schulevaluation geteilt.
Als für die Qualität ganz zentral halte ich die Kooperative Sekundarschule KSS. Diese gilt es meines Erachtens unbedingt aufrecht zu erhalten, auch wenn allenfalls mit einem Wechsel zur  Integrierten Sekundarschule Kosten "eingespart" werden könnten.

Wie stellst Du Dich zum Projekt Arealentwicklung Dorfkern?
Ich denke es ist unbestritten, dass solch ein Projekt einen Mehrwert bieten kann. Allerdings vermag mich das Siegerprojekt aus dem Wettbewerb noch nicht wirklich zu überzeugen. Ich habe Zweifel, ob es in Zeiten, in denen der Austausch zwischen Verwaltung und Bevölkerung zunehmend elektronisch erfolgen kann, tatsächlich noch einen separaten, repräsentativen Bau für die Gemeindeverwaltung braucht. Nach meinem Dafürhalten könnte sich die Verwaltung gut und gerne auch im benachbarten Gebäude einmieten. Dies würde es auch erlauben, dass man die Realisierung einem externen Investor überlassen und die eigenen Mittel in die Schulraumerneuerung investieren könnte.

Ich  nehme an, als Grünliberaler sind für Dich auch ökologische Massnahmen wichtig - Wo würdest Du da ansetzen?
Wichtig sind mir z.B. eine Verbesserung des ÖV-Angebots, welches alle Gemeindeteile berücksichtigt, damit künftig noch mehr Adligenswiler auf den Öffentlichen Verkehr umsteigen.
Bei den anstehenden Bauprojekten der Gemeinde schwebt mir vor, dass diese mittels Photovoltaik-Anlagen weitgehend autark ausgestaltet werden können. 
Im Bereich der erneuerbaren Energien würde ich zudem eine Zusammenarbeit mit der Agro Energie Rigi AG in Haltikon/Küssnacht suchen. Unser gemeindeeigener Nahwärmeverbund mit Holzschnitzelanlage im Dorfzentrum stösst zunehmend an seine Grenzen.

Die Rubrik "Fragen & Antworten" wird regelmässig aktualisiert.  Besuchen Sie also die Website regelmässig, um über meine Positionen informiert zu bleiben. Gerne nehme ich zudem auch Fragen unter pvondach@bluemail.ch entgegen.